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Am 22. und 23. März hatte ich die Möglichkeit den Tages- sowie auch den Nachtflugbetrieb beim Jagdgeschwader 71 „Richthofen“ zu begleiten. Das Traditionsgeschwader im ostfriesischen Wittmund ist das letzte Geschwader der Luftwaffe, dass die legendäre Mc Donnell Douglas F-4F Phantom II fliegt.
Am 7. März 1974 landeten die ersten beiden F-4 F Phantom auf dem Fiegerhorst in Wittmund.
6 Monate danach fand der letzte Flug des F-104 Starfighter statt, der seit April 1963 beim Richthofen-Geschwader seinen Dienst verrichtete.
Die 100.000. Flugstunde wurde im März 1986 auf dem Muster F-4 F Phantom erreicht, die 250.000. im Mai 2007.
Während ihrer langen Dienstzeit wurde die Phantom immer wieder modernisiert. So trafen 1993 die ersten Kampfwertgesteigerten F-4 F ICE Phantom II in Wittmund ein.
Die Phantom stellt auch die Alarmrotte (QRA) für den norddeutschen Luftraum.
In Wittmund sind außer der Phantom noch A-4 Skyhawks der Firma BAE Systems stationiert. Diese Maschinen, die ehemals in der israelischen Luftwaffe geflogen wurden, werden als Zieldarstellung für die Luftwaffe genutzt. Sechs A-4 Skyhawk oder auch Scooter genannt sind momentan bei BAE Systems im Einsatz.
„Wie, wo, was ist die Alarmrotte (QRA)?“
Die Alarmrotte, auch QRA – Quick Reaktion Alert, ist für die Luftraumsicherung über Deutschland zuständig. Für den norddeutschen Luftraum werden hierfür F-4 F Phantom II aus dem ostfriesischen Wittmund eingesetzt. Der süddeutsche Luftraum wird vom Jagdgeschwader 74 aus Neuburg mit Eurofighter-Maschinen überwacht.
Sollte ein Flugzeug ohne wichtigen Grund über längere Zeit keinen Funkkontakt herstellen oder von der geplanten Flugroute abkommen, dann steigen 2 Kampfjets der Alarmrotte auf um die Lage aufzuklären.
Nach der Alarmierung der QRA müssen die Maschinen binnen 15 Minuten in der Luft sein. Diese Zeit kann aber je nach Alarmlage auch noch weiter verkürzt werden. Die Bereitschaft der Alarmrotte gilt 365 Tage im Jahr – 24 Stunden am Tag. Sollte ein Flugzeug unplanmäßig seine Flugroute ändern oder ein unbekanntes Objekt ein den deutschen Flugraum einfliegen, dann wird entweder das Combined Air Operation Centre oder das Führungszentrum Nationale Luftverteidigung benachrichtigt.
Wenn feststeht um welche Art der Luftraumverletzung es sich handelt wird vom Control und Reperting Center die Alarmrotte aus Wittmund oder Neuburg zum Flugobjekt geleitet.
Dieses Szenario wird auf beiden Fliegerhorsten regelmäßig geübt. Man unterscheidet hierbei den „Tango Scramble“ bei dem der Einsatz „eins zu eins“ simuliert wird und den „Alpha Scramble“ – also den Ernstfall.
Die Piloten, die einen Abfangvorgang vornehmen tun dies nach einem festgelegten Prozedere. Die Kampfflugzeuge positionieren sich links/vorne neben dem abzufangendem Flugzeug, so dass der Pilot der abzufangenden Maschine Sichtkontakt zum Abfangjäger hat. Die abzufangende Maschine sollte mit einem Wackeln der Tragflächen den Abfangjägern signalisieren, dass die der Alarmrotte folgt und diese dann die Maschine z.B. zu einem Flughafen geleiten.
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